Mittwoch, 30. Dezember 2015

Savvy Times Artikel (englisch)

Coaching by Linda in Avenches
Looking back at 2015, the biggest highlights on my personal journey were the Instructor HMS Course and Show with Pat and Linda in Avenches and auditing Linda's Master Class in Belgium. Pat and Linda are such fantastic teachers, and how they made it possible to teach the "unteachable" secrets of horsemanship really awes me. 


I am also very proud of my students. I feel honored to be part of and support them on their journey to self-improvement, and it brings me great joy to see or hear of the successes they have with their horses. The small ones, as well as the big ones like a stable owner remarking to one of them "What did you do with that horse, this is incredible!" It is an LBE ex racehorse that had a number of difficult habits, one of them was to rush through the narrow stable dragging people behind. Now she can walk normally and quietly into and out of her stall, and all it took was the determination of the owners to find a better way, and a couple of PNH lessons :-) 

"My" Parelli girls with Pat in Avenches :-)
A number of students asked for my support in working towards auditions. Each of them passed, and this is also a success that deserves to be celebrated :-) Especially if it is young girls passing L2/L3 Savvys - I am really proud of you and it is always fun to play with you and your ponies!

Thank you so much to Pat and Linda and the whole Parelli Team for developing this fantastic program, and your incredible effort to make this world a better place for horses and people who love them! I love to be a part of this wonderful mission and am looking forward to helping many more students and their horses in the years to come :-)

Freitag, 30. Januar 2015

Lernen von Pat - Rückwärts und Seitwärts

Wenn Du schon mal ein Video von Pat gesehen hast, hast Du ihn bestimmt auch sagen hören "the better your horse goes backwards and sideways, the better he does everything else" - je besser ein Pferd rückwärts und seitwärts gehen kann, umso besser macht es auch alles andere.

Warum? Beim biomechanisch korrekt ausgeführten Rückwärts verlagert sich das Gewicht des Pferdes auf die Hinterhand. Die Hinterhand sollte das Pferd rückwärts "schieben", mit leichter Vorhand. Viele Pferde machen das Gegenteil, sie treten nach hinten hinaus und schleifen die Vorhand mit - das ist kein gutes Rückwärts und fühlt sich meistens auch recht zäh an. Seitwärts verbessert die Balance und hilft der Suspension, die Bewegungen werden eleganter.

Die Wahrheit dieser Erkenntnis habe ich im Kurs mit meinem Pferd deutlich erlebt. Besonders jene Übungen, die rückwärts und seitwärts kombinieren - zB Weichen der Vorhand aus der Rückwärtsbewegung heraus - hatten einen eindrücklichen Effekt auf die Gewichtsverteilung meines Pferdes.

Ich hatte mit Domino immer schon an das Problem, dass er im Galopp zunehmend auf die Vorhand fällt und immer schneller wird. Wenn ich dann noch Finesse, also mit Zügelkontakt reite, zieht er mich regelrecht aus dem Sattel. Die englisch-dressurmässige Antwort darauf - "vorne halten und hinten mehr treiben" hatte das Problem eher verschlimmert und mir kräftige Bizepse verschafft. Nun aber, innerhalb von einer Kurswoche, setzte sich mein Pferd hinten runter, der Galopp wurde zunehmend angenehmer zum Sitzen und leichter in der Hand. Und am letzten Tag, auf der grossen Wiese, als ich schon wieder befürchtet hatte dass er mir im Galopp abgehen würde, ist er wunderbar versammelt galoppiert - zumindest hat es sich wunderbar angefühlt ;-) - und hat mir sogar einige Sprünge Galopppirouette angeboten! Zugegebenermassen hätte ich etwas anderes machen sollen, aber diese Pirouette hat sich so toll angefühlt, da konnte ich einfach nicht widerstehen ;-)

Wie so oft lag die Lösung nicht dort, wo das Problem auftrat, sondern einige Ebenen darunter, an den "Zutaten". Auch ein bekannter Spruch von Pat "isolate, separate, and recombine". Indem man die Zutaten isoliert, einzeln verbessert und dann wieder zusammensetzt, verschwindet das Problem auf fast magische - Parelli - Weise ;-)

Montag, 26. Januar 2015

Verhaltensmuster erkennen und ändern

Als ich im September beim deutschen Parelli FastTrack Kurs assistierte, sagte der führende Instruktor, Sam Caporn, zu uns "If your horse keeps showing unwanted behaviour, you have either ignored it, or not been effective at changing it". Also, wenn unser Pferd Verhaltensweisen zeigt, die wir nicht wollen, dann haben wir sie entweder ignoriert, oder wir waren nicht effektiv genug, um sie zu ändern.

Dieser Satz, so logisch und einfach und einleuchtend er auch klingt, hat mir sehr zu denken gegeben. Mein Pferd zeigt nämlich immer noch eine Menge Verhaltensmuster, die nicht unbedingt partnerschaftlich sind. Wir haben einen langen gemeinsamen Weg hinter uns, und die Strecke vor Parelli ist deutlich länger als die mit Parelli. Wir haben auch RIESIGE Fortschritte gemacht und schaffen nun erstaunliche Aufgaben, die früher schlichtweg undenkbar gewesen wären. Dennoch, in gewissen Situationen kommen alte, unerwünschte Verhaltensmuster mit grosser Macht zurück, bei Domino wie auch bei mir.

Wie ich über diese Aussage gegrübelt habe, ist mir Folgendes bewusst geworden:
Viele der Verhaltensweisen, die ich aus früherer Zeit kenne, habe ich abgespeichert unter "das ist eben so, das war immer schon so, hat er immer schon gemacht". Ich habe somit die Probleme schlichtweg IGNORIERT bzw sie gar nicht als problematisch ERKANNT. Und ich habe es gar nicht für MÖGLICH gehalten, das Verhalten zu ändern. Und meine halbherzigen Versuche, die nicht erfolgreich waren, haben mir diese Annahme bestätigt.


Nun, in dem Zusammenhang muss man nochmal die Horsenality (Pferdepersönlichkeit) anschauen. Wie Parelli uns lehrt, wird die Horsenality bestimmt durch
* angeborene Eigenschaften
* erlerntes Verhalten
* Umwelteinflüsse
* und Spirit Level, vielleicht am besten umschrieben mit Charakterstärke. Je grösser der Charakter, desto entschlossener macht das Pferd, was immer es macht (zB ein LBI mit hohem Spirit Level würde sich vielleicht mit seinem Reiter hinlegen, wenn er nicht mehr mag)


Was ja den Verdacht nahelegt, dass es möglich sein müsste, ERLERNTES Verhalten auch wieder zu "entlernen" bzw durch neue, bessere Verhaltensmuster zu ersetzen.

Wie mache ich das nun?
1. Aufmerksam sein und Probleme erkennen, nicht ignorieren (ist schon lustig, dass ich bei meinen eigenen Pferden Verhalten toleriere, das ich bei Pferden von Studenten nicht durchgehen lassen würde)
2. daran glauben, dass es geändert werden kann
3. Effektiv sein - das heisst, die richtige Methode finden und so lange dran bleiben, bis eine Änderung in die gewünschte Richtung eintritt
4. Ein Programm daraus machen - also konsequent mind. 4-7 Einheiten weiter damit spielen, damit das neue Muster erfolgreich installiert wird


Ich behaupte jetzt nicht, dass das einfach ist. Alle diese Punkte haben ihre Tücken. Aber das Schöne am Parelli Programm ist, dass es uns die Methoden zur Verfügung stellt - wir müssen sie nur richtig anwenden lernen. Und somit liegt es wieder an uns ;-)

Wie Pat Parelli sagt - wenn wir Pferde tauschen würden, würde er vielleicht 2 Stunden brauchen, bis mein Pferd so aussieht wie seines, und ich würde keine 2 Tage brauchen, dass sein Pferd sich so benimmt wie meines.

Samstag, 6. September 2014

Lernen von Pat - Druck und die 3 Basisspiele

Wie im letzten Blogbeitrag angekündigt, werde ich in den nächsten Berichten meine AHA-Erlebnisse vom Kurs bei Pat Parelli mit Euch teilen. Beginnen wir mit dem Thema Respekt und Druck.

Pat's Definition von Respekt lautet ja bekanntlich "respect is the appropriate response to pressure" - Respekt ist die angemessene Antwort auf Druck. Damit das Pferd angemessen auf Druck antworten kann, müssen allerdings WIR den Druck angemessen anwenden - "and we have to apply pressure appropriately". 

Und genau da sitzt der Haken, denn es gibt viele Möglichkeiten, Druck unangemessen anzuwenden ;-) Betrachten wir das einmal im Zusammenhang mit unserem Pferde-ABC, den 3 Basis-Spielen.

1. Friendly Game - Freundschaftsspiel
Genau genommen sollte beim Friendly Game überhaupt kein Druck im Spiel sein! Das Ziel des Friendly Game ist Entspannung, und diese wird erreicht durch rhythmische BEWEGUNG. Wenn das Pferd unsere Bewegungen als Druck interpretiert, läuft etwas in unserer Kommunikation verkehrt.


2. Porcupine Game - Stachelschweinspiel
Beim Porcupine erwarten wir vom Pferd, dass es dem STETIGEN DRUCK weicht, der von unserer Berührung mit den Händen/Beinen oder dem Stock ausgeht. Wenn das Pferd schon weicht, bevor wir es überhaupt berührt haben, läuft es uns davon - oder es hat Druck verspürt, wo noch keiner hätte sein sollen. 


3. Driving Game - Treibspiel
Beim Driving Game soll das Pferd RHYTHMISCHEM DRUCK weichen, den wir durch unsere Energie und Körpersprache vermitteln, unterstützt von Stock und Seilchen.


Sowohl beim Porcupine als auch beim Driving müssen wir, um angemessen zu sein, den Druck in Phasen aufbauen - von Phase 1 bis Phase 4.
Phase 1 - SUGGEST - ein Vorschlag = "so sanft wie möglich"
Phase 2 - ASK - eine Bitte
Phase 3 - TELL - eine Aufforderung
Phase 4 - PROMISE - ein Versprechen = "so bestimmt wie nötig"
 

Und dann müssen wir den Druck LOSLASSEN, sobald wir die gewünschte Antwort erhalten - denn "pressure motivates, but it is the RELEASE that teaches". Das Pferd speichert das als "richtig", was es zu dem Zeitpunkt gemacht hat, als der Druck nachliess.

Leider passiert es uns häufig, dass wir schon zu stark beginnen (mit Phase 2 oder gar 3) und dadurch den Gegendruck geradezu herausfordern. Oder wir hören zu früh auf und sind nicht effektiv. Dann lernt das Pferd, dass es uns nur lange genug ignorieren muss, und der Druck hört auf. Oder das Pferd hat schon versucht zu antworten, und wir haben es nicht erkannt oder gefühlt und machen immer noch weiter - dann wird das Pferd nach einer anderen Antwort suchen. Oder das Pferd bietet uns eine falsche Antwort an und wir hören mit dem Druck auf - dann wird es die falsche Antwort als richtig speichern...

Was die Sache zusätzlich erschwert, ist die Variation in der Dauer der Phasen abhängig vom Ausbildungsstand des Pferdes (mehr dazu im Beitrag Die Stufen des Lernens vom Januar 2014). Wenn es etwas neu lernt, ist das anders als wenn etwas Altbekanntes abgerufen wird. Und wenn wir verstärken oder verfeinern könnten bzw. sollten, ändert sich die Intensität der Phasen...

Ihr seht also, es gibt reichlich Gelegenheiten, um Fehler zu machen ;-)
Daher sollten wir uns, wenn uns unser Pferd respektlos erscheint, zunächst einmal nicht ärgern. Stattdessen sollten wir uns fragen, ob wir den Druck angemessen verwendet haben. Wenn wir ein besseres Gespür dafür entwickeln, was angemessen ist und was nicht, wann wir Druck ausüben und wann nicht, wird die Kommunikation mit unserem Pferd ein völlig neues Niveau erreichen. Und es gibt kein besseres Feedback als das unseres Pferdes, wenn wir es nur verstehen und annehmen können!

Freitag, 29. August 2014

"Level 4 and beyond" mit Pat Parelli - lernen statt belehrt werden

ausgiebiges Frühstück
Letzte Woche hatte ich die einmalige Gelegenheit, mit meinem eigenen Pferd in einem Kurs bei Pat Parelli zu reiten. Schauplatz war die "Domaine Rurhof" in Belgien, eine wunderbare Anlage, deren Team uns Reiter und unsere Pferde wie VIPs rundum versorgt hat - ein riesengrosses Dankeschön nochmals an Charlotte, die Ihren grandiosen Hof mit uns geteilt hat, und das unermüdliche Team vom Rurhof :-) 

Pat, Zoe und ich am Aussenplatz
Organisiert wurde der Kurs von Zoe van Kruiningen, einer Parelli Instruktorin - auch bei Ihr möchte ich mich ganz herzlich bedanken, denn sie hat das Unwahrscheinliche möglich gemacht - dass Pat Parelli höchstpersönlich nach Belgien angereist kam, um 14 Reiter und etliche Zuschauer zu unterrichen :-) 

Am Montag vormittag begannen wir mit der Vorstellung und einer Theorieeinheit im ausgebauten Heuboden, wo wir auch gemeinsam das Mittagessen verspeist haben. 
Anschliessend begaben wir uns mit unseren Pferden auf den "Playground", eine riesige Wiese mit Naturhindernissen. Die weckte in meinem Pferd wohl Erinnerungen an unsere Vielseitigkeits-Vergangenheit, denn plötzlich waren alle unsere alten, dysfunktionalen Muster wieder da - aber diesmal hatten wir ja glücklicherweise Pat, der uns dabei half, diese Muster zu durchbrechen! 
Auch eine Halle stand zur Verfügung, die wir aufgrund des un-August-mässigen nasskalten Wetters auch genutzt haben.


Eine weitere Herausforderung war das "Cow-working" - mit einem Pferd, das panische Angst vor Kälbern hat! Als Vorbereitung verwendete Pat eine mechanische Kuh, die hat mein Pferd schon zu äusserst athletischen Seitensprüngen veranlasst - und dann gab es auch noch die echten, wirklich puschelig anzusehenden Galloway-Kälber, die wir über die Wiesen treiben durften. Am Ende der Woche haben wir uns immerhin schon bis zu 1 Meter an die Kälber herangewagt, das war für Domino ein Riesenfortschritt!

Pat sagte uns schon am Anfang, er würde uns nichts lehren, sondern uns in Situationen bringen, wo wir lernen könnten - und das hat er wirklich getan! Ich hatte ein paar riesige AHA-Erlebnisse, über die ich Euch in weiteren Blogs berichten werde. Unter anderem:
  • Gas und Bremse
  • Rückwärts und Seitwärts
  • Fokus und Leadership 
  • Druck angemessen anwenden
  •  und noch vieles mehr...
Alles in allem war es eine unglaubliche Woche - Urlaub, Spass, Herausforderung und Lernen in einem! Und zur Krönung nahm ich mir am Samstag noch Zeit für einen Ausritt über die endlos weiten Wiesen des Rurhof - auch ein Erlebnis für sich, das meine beiden Rösser sichtlich genossen haben, vor allem der Isi, der endlich auch mal was zu tun bekam ;-)




Dienstag, 17. Juni 2014

Kinderprogramm am 1. Parelli Sommer Festival

Bei wunderbarem Wetter fand am 1. Juni das 1. Parelli Sommer Festival statt, organisiert von Seraina und Philipp vom Schweizer Parelli Büro zur Feier dessen 10jährigen Jubiläums. Viele Parelli Instruktorinnen und Instruktoren zeigten ein abwechslungsreiches Programm, und ich hatte das Vergnügen, das erstmals angebotene Kinderprogramm zu organisieren und zu leiten. Hier die beiden Gruppen von Kindern, die teilgenommen haben:
Wir haben fantastisches Feedback bekommen, wie zB die emails zweier Mütter:
Hallo Silvia Danke für die Photos. Den Kids hat es unglaublich viel Spass gemacht, es war wirklich eine super Idee, das für die Kids anzubieten,.. auch für mich war es schön zu sehen, wie die Kinder das genossen haben..und ganz nebenbei einiges gelernt haben.... ihr habt das ganz toll gemacht,  Nochmals Danke!! ...

Danke liebe Silvia für die schönen Fotos!
Wunderbar!
Die Stimmung war sehr schön und wir haben wieder vieles gelernt über Parelli und den den Tag sehr genossen in Fehraltdorf. ...

Das ganze hätte natürlich nie so funktioniert ohne mein wunderbares Team, meine Helfer die super motiviert waren und mich voll unterstützt haben. Angefangen bei den Mädels, die zwei super Demos OnLine und FreeStyle gezeigt haben: Anna mit Scooter, Michelle mit Kleiner Donner, und Seraina mit Joker. Und sie haben sich bereit erklärt, ihre Ponies mit fremden Kindern zu teilen und so das Highlight für die Kinder erst ermöglicht - nämlich mit den Ponies den Erlebnisparcours zu absolvieren. Herzlichen Dank nochmals dafür :-)

Nadia, Nicole, Erik und Leo haben den Kinderspielplatz betreut, der auch regen Zuspruch fand - unter anderem zum Ausrasten oder für den besseren Überblick ;-)



Kirsten mit Scooter
Kurt, Carolin und Kirsten haben mich bei der Durchführung des Programms unterstützt, indem sie je eine Station bzw. ein Pony übernommen haben. 
Kurt mit Kleiner Donner
Unser Ziel war es, den teilnehmenden Kindern spielerisch einige Grundbegriffe des Natural HorseManShip näherzubringen und ihnen auch die Chance zu geben, mit den Ponies zu spielen - ohne die Ponies dabei völlig zu verstören ;-) 

Carolin mit Joker

Darum gab es zum Beginn des Programms eine kleine Demo der 7 Spiele, gewürzt mit einigen Grundlagen aus der Pferdepsychologie. 
Circling





JoJo


FreeStyle Reiten

Gefühl am Halfter spüren


Anschliessend konnten die Kinder in 4 Stationen Gefühl entwickeln für die Handhabung der Parelli Hilfsmittel, sowie sich in die Haut des Pferdes versetzen. 
Dies mit Hilfe von lustigen Simulationen, die uns bewusstmachen, wie gefühllos bzw. unbewusst wir oft mit unseren Pferden umgehen...  
Auch das sogenannte Conga-Horse ist eine hervorragende Simulation und bietet die Möglichkeit, mündliches Feedback zu erhalten.
Die Kinder konnten da schon einige Stationen unseres Erlebnisparcours ausprobieren. Der Höhepunkt war dann das Spiel mit den Ponies auf dem Parcours, welche wirklich aussergewöhnlich brav waren und super mitgemacht haben. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass sie sich ihrer Rolle als Lehrmeister bewusst waren und diese auch genossen haben ;-)
Balancieren am Erlebnisparcours

Jedenfalls war es eine sehr schöne Erfahrung, super Teamarbeit und hat uns allen Spass gemacht, Betreuern wie Kindern und hoffentlich auch den Ponies - was will man mehr :-)


Und wer weiss, vielleicht wird ja die eine oder der andere noch zum Pferdeflüsterer ;-)

Weitere schöne Fotos findet Ihr hier:
von Stefan Oldani  https://www.dropbox.com/sh/0jslhw4enho43kb/AABNB3EemzvgQsPJ2kWpziPCa
von Cornelia Stelzer (dazu müsst ihr im Facebook angemeldet sein) https://www.facebook.com/savvyjourney/media_set?set=a.10152462272081665.1073741827.747166664&type=3

Freitag, 24. Januar 2014

Liberty in der Gruppe

Ein sonniger Vormittag in Florida - 18 Menschen und 18 Pferde gemeinsam auf einem grossen Reitplatz - ohne Halfter oder Seil. Klingt wie ein Selbstmordkommando, oder zumindest eine Garantie auf Schlägereien unter den Pferden? Nun, das muss nicht sein - wie wir gestern eindrucksvoll erlebt haben :-)

Dass das natürlich nicht mal eben so geht, ist klar. Am Mittwoch vormittag haben wir uns darauf vorbereitet, und das war wiederum eine hochspannende Angelegenheit. Die Idee ist folgende - nicht wir wollen unser Pferd behalten, sondern das Pferd will BEI UNS bleiben. AHA. Zitat von Carol Coppinger "The lead mare does not beg. She leaves, and expects the herd to follow". Die Leitstute geht einfach, sie schaut sich nicht um und wartet, ob auch wirklich alle kommen.

Die Herausforderung für uns Menschen ist nun, eine so gute Leitstute zu werden, dass unsere Pferde mit uns kommen WOLLEN. Dazu machten wir folgende Übung:

Die Gruppe sammelt sich in der Mitte der Reitbahn, die Aussenbahn bleibt frei. Jeweils ein Mensch/Pferd Paar geht nach draussen an den Zaun at Liberty, also ohne Halfter. Der Mensch marschiert los, als ob er ein Ziel hätte. Wenn das Pferd mitkommt, ist das gut. Wenn nicht, helfen die Menschen in der Mitte, das Pferd in Bewegung zu halten, bis es SEINEN Mensch wiederfindet. Das ist die Gruppenversion vom "Catch me Game" - Fangen spielen. Wenn das schon gut klappt, kann es noch gesteigert werden ins "Bet you can't catch me" Spiel (ich wette Du kannst mich nicht fangen), wo wir als Mensch es drauf anlegen, unser Pferd zu verlieren - zB durch rasche Richtungsänderungen oder Davonsprinten - und es die Aufgabe des Pferdes ist, bei uns zu bleiben. Wenn man dann umdreht und davonläuft, macht derjenige aus der inneren Gruppe, der ursprünglich vor dem Pferd gewesen ist, Druck mit dem Stick und String in Richtung zum Zaun. Dann denkt das Pferd "wow meine Leitstute ist super, die hat gewusst dass sich da Gefahr befindet".

Dieses Spiel war super mitzuerleben - die unterschiedlichen Horsenalities zu sehen, wie viel oder wenig Druck es braucht, das Pferd in Bewegung zu halten - zu realisieren, dass für manche Pferde schon die Energie unseres Bauchnabels so viel Druck bedeutet, dass sie nicht daran vorbeigehen können. Es gibt ein Pferd, da musste die gesamte Innengruppe auf die andere Seite weichen, damit es am Zaun entlanglaufen konnte.

So ganz nebenbei hat uns Carol dann noch demonstriert, wie sie ihren Pferden das Hinlegen beigebracht hat - und Sol als Sofa verwendet :-) Hinlegen ist ein Porcupine-Spiel, und braucht ganz viel Vertrauen und Entspannung vom Pferd, sonst kann man es gerade vergessen.

Das war also wieder ein eindrücklicher Vormittag - weitere werden folgen :-)